Klein- Ode

Kleinod in Silbemänteli- Blatt

Diese eher kurzen Texte, ohne Reime oder längere Abhandlungen, wollte ich hier auch mit Euch teilen. Es sind Oden an die Schönheiten der Schöpfung und unseres Daseins und hoffentlich auch Kleinode für Euch zum Lesen. ;-) 

Unsere Spuren

Spuren… wir alle hinterlassen unsere Spuren in der Welt.

Welche werden es wohl sein, was für ein Vermächtnis hinterlassen wir, wenn wir gehen?

Diese Frage stelle ich mir oft, denn manchmal weiss ich nicht was meine Berufung ist.

Was mein Auftrag in der Welt wäre.

Wir hinterlassen immer Spuren, manchmal ob wir es wollen oder nicht.

Manche Spuren graben sich tief ein in die Seelen, manche werden wieder vom Wind des Lebens hinforgeweht, entschwinden, werden vergessen hinfortgespült von den Wogen der Veränderung und des Vergessens.

Wenn wir die Bühne unseres Lebens betreten, dann ist dieses noch rein, rein wie frischer Pulverschnee im Sonnlicht, der funkelt und glitzert in seiner Pracht. Doch dann treten wir unseren Weg an und sogleich erscheinen Spuren in dem frischen Schnee, wie Sprenkel auf einem weissen Blatt Papier.

Wir verändern bei jedem Schritt unser Leben, das Leben anderer. Wie frisch gefallener Schnee, dessen glitzernd reine Struktur durch die Füsse die ihn beschreiten seine Beschaffenheit verändert, sein Glitzern manchmal einbüsst. Es ist darum wichtig jeden Schritt achtsam zu machen. Vorsichtig und sich der wundervollen Herrlichkeit unseres Daseins bewusst zu machen.

Wir alle hinterlassen unsere Spuren in der Welt, ob wir es wollen oder nicht, welche aber werden es sein?

Gottes Atem

Gott atmete aus….

und lebendige Seelenfunken sprühten hinaus in die Welt, wie kleine leuchtende Flämmchen. Diese Flämmchen fanden Wohnung in einer Hülle aus glitzerndem Schöpferstaub. Nach einem genauen Code wurden sie angeordnet und das erste strahlende Lebewesen ward geboren. Noch viele andere Lebewesen folgten und der Schöpferstaub sammelte sich um jeden einzelnen Seelenfunken in der ihm zugeordneten Art.

Doch sobald die Seelenfunken hinaus aus Gott gekommen waren, sie eine feste Form annahmen, ward die duale Welt geboren. Die Seelen mit ihren neuen Körpern, hatten alle einen freien Willen, waren alle einzigartig in ihrem Wesen und auch ihrer Gestalt. Und… neue wundersame Vielfalt erfüllte die von Gott geschaffenen Universen. Alles war damals EINS!

Doch je länger die neu geborenen Seelen in ihren Körpern verweilten, umso mehr verblasste ihr Schein. Die Seelenfunken, waren zwar noch da, denn sie waren und blieben unsterblich, doch trotz allem begannen die Wesen sich mehr und mehr mit ihren Körpern, Gefühlen und Gedanken zu identifizieren. Auch sie besassen eigene Schöpferkraft und langsam glaubten sie, dass sie Gott nicht mehr brauchten und dass sie ihr ganz eigenes Reich aufbauen konnten.

Je mehr und weiter sie sich von der Quelle der Unendlichkeit entfernten, umso blasser und zugedeckter wurden ihre Seelen und sie fühlten sich mehr und mehr von Gott abgeschnitten.

Schliesslich verdichteten sich ihre Körper immer mehr, kristallisierten ihrer Gefühle und ihre Gedanken wendeten sich gegen sie. So kam es, dass sie ihre Verbindung zu ihrem Ursprung teils gänzlich verloren. Das führte schliesslich zu ihrem Fall, den sie jedoch selbst verursachten durch ihr Getrennt-Sein von der göttlichen Quelle.

Gott atmete ein… und nach endlosen Äonen der Zeiten, erkannten die abgefallenen Geschöpfe, dass sie zu ihrer Quelle zurückgerufen wurden. Durch endlos viele Leben, endlose innere Prozesse, Leid und Freude, begannen die Seelenfunken in ihren verdichteten Formen wieder an heller zu strahlen, wie ein Leuchtfeuer, erhellten sie die feste Materie, durchdrangen die dualen Versklavungen und die kristallisierten Gedanken und Formen, wurden mehr und mehr aufgelöst. Die Geschöpfe vernahmen nun den Ruf ihres Schöpfers erneut, begannen wieder die Sehnsucht nach dem einstigen EINS-SEIN zu spüren, wurden wieder offener für die Stimmen ihrer höheren Brüder und Schwestern und die Stimme des endlos Liebenden, der sie einst ausgeatmet und von dem sie stets einen Teil in sich getragen hatten. Die niedere Form ihres Daseins wurde aufgesprengt, wie der Kokon eines Schmetterlings und die Seelen waren nun wieder frei von aller Schwere, allem Getrennten, allem Leid. Gottes Atem, zog sie zurück in ihre Heimat in das EINS- SEIN in die Verbindung mit IHM und dann waren sie wieder EINS mit IHM!

Und Gott… atmete erneut aus…  

Schönheit ist relativ

Die kleine Seele wurde vor langer Zeit aus Gott selbst geboren. Ein kleines leuchtendes Flämmchen war sie damals gewesen. Ein Flämmchen, schimmernd in wundersamem Licht. Nun war die kleine Seele jedoch gar nicht mehr so jung, eigentlich war sie eine grosse Seele, doch sie merkte es selbst gar nicht, weil sie zu bescheiden war. Die lange Zeit, die sie nun schon existierte, all die Leben die sie schon auf Erden durchlaufen hatte, hatten sie geprägt und mehr und mehr wachsen lassen.

«Nun, du liebe Seele!» sprach einer der grossen Geister Gottes, welcher die Seelen, die sich bereit erklärten, nochmals auf die Welt hinunter zu gehen, jeweils begleitete und beriet. «Es sieht ganz so aus, als wärst du bereit für eine weitere Inkarnation?» Die kleine- grosse Seele leuchtete strahlender als jemals zuvor und nickte eifrig: «Ja, ich will nochmal auf die Erde gehen. Es hat dort so viele Menschen, die der Hilfe und des Beistandes bedürfen. Darum will ich für sie da sein.» Der grosse Gottesgeist sprach: «Ja, du hast schon vieles an Gutem bewirkt und du bist eigentlich schon sehr hoch entwickelt, du bist wahrlich erwachsen geworden!» «Findest du?» die Seele schaute an sich herunter: «Das kommt mir gar nicht so vor!» «Darum bist du ja auch so weit entwickelt, du hast alle Selbstsüchtigkeit und Selbstinszenierung abgelegt und bist nun beinahe in deine lichtvolle, ursprüngliche, einst so wundervolle Form zurückgekehrt. Eine Inkarnation noch und dann hast du es geschafft!» «Nur noch eine?» Aber das ist doch zu wenig, in dieser Zeit kann ich niemals allen Menschen in Not helfen!» «Du musst ja auch nicht allen Menschen helfen, es gibt noch mehr, die dich dabei unterstützen können,» lächelte der Gottesgeist.

«Dann schauen wir doch mal wie wir deinen genetischen Code programmieren. Wie möchtest du denn aussehen? Es stehen dir alle Möglichkeiten offen, denn du bist schon sehr hochstehend» Die Seele staunte: «Wirklich, alle Möglichkeiten?» «Ja, was immer du willst, es steht dir jegliche Vielfalt zur Verfügung.» Die Seele dachte nach und sprach schliesslich: «Nicht allzu auffällig, denn, wenn man zu schön ist, dann hat man auch mit verschiedensten Dingen zu kämpfen. Bin ich zu schön, dann werde ich zwar von viele beachtet, aber vielleicht werde ich dann auch nicht als das erkannt, was ich wirklich bin. Ausserdem kann Schönheit auch hinderlich wirken, weil man dann vielleicht zu stolz oder eitel wird. Das will ich ja nicht. Ich will auch nicht bevorzugt werden, nur, weil ich schön bin. Ich will auch nicht von allzu vielen begehrt werden, denn das saugt mir Energie ab. Zudem will ich ja nicht, dass die Menschen sich nicht mal mehr getrauen mit mir zu sprechen, weil ich zu schön bin. Sondern, ich möchte ihr Vertrauen erlangen. Das kann man mit einem durchschnittlichen Aussehen oft besser. Oder wenn ich Leuten helfen will, die mit ihrem Körper unzufrieden sind, dann werden sie mich vielleicht beneiden, oder es gar nicht wagen sich mit mir abzugeben. Nein, das alles will ich nicht.»

Der Engel Gottes lächelte erneut liebevoll und legte den Arm um die kleine- grosse Seele. «Dann schauen wir doch mal, was es da für dich gibt, bestimmt werden wir genau den richtigen Körper für dich finden.» Und so kehrte die bereits sehr fortgeschrittene, engelhafte Seele auf die Erde zurück, in einem ganz normalen Körper.

So bedenkt stets, wann immer ihr einem Menschen begegnet, den ihr äusserlich nicht als so schön empfindet, er könnte ein Engel sein!