Gespräch über Gott (vielleicht ein wenig provokativ) ;-)

Hej hallo, ich hätte da mal eine Frage!

Was für eine denn?

Ich wolle dich mal fragen, ob du an Gott glaubst?

Ob ich an Gott glaube? Seltsame Frage! Eigentlich nicht so wirklich.

Kannst du mir sagen warum, das so ist?

Nun ja… erstens Mal gibt es keinen Beweis für die Existenz Gottes und zweitens, würde ich ihn wohl so oder so nicht sonderlich mögen.

Du würdest ihn nicht sonderlich mögen? Warum?

Nun schau dir doch mal die Welt um dich herum an. Dieses Elend, Krankheit, Tot, Leiden, Streit, Krieg! Da gibt es so vieles, das mich an der Existenz eines Gottes zweifeln lässt.

Ausserdem, wenn man bedenkt, was die Religionen, auch die christliche Kirche, so alles angerichtet haben…

Das kann ich verstehen. Es gibt wirklich sehr viel Schlimmes auf der Welt und ja, die Religionen habe sehr viel angerichtet. Aber glaubst du wirklich, das Gott das alles so geplant hat?

Nun ja, er hat die Welt ja erschaffen, sagt man.

Was aber, wenn Gott diese Welt gar nicht erschaffen hätte?

Darüber habe ich jetzt noch nie nachgedacht.

Warum nicht?

Nun ja… von irgendwoher müssen wir ja kommen und irgendwo hin, müssen wir gehen. 

Daran glaubst du jetzt doch?

Ja… also, zumindest hoffe ich es. Es kann ja nicht einfach Nichts sein, wenn wir sterben und wir sind wohl auch nicht aus dem Nichts entstanden.

Also glaubst du doch an ein Weiterleben, an etwas das jenseits der irdischen Welt liegt?

Nun… es fällt mir schwer, aber es wäre ja auch etwas gar trist, wenn es nichts gäbe und es gibt ja doch einige Berichte, die darauf hindeuten, dass da noch mehr sein muss.

Und du glaubst, das ist Gott?

Vielleicht irgendeine höhere Macht, oder irgendeine Energie, die das Leben erschaffen hat.

Du meinst auch dieses Leben hier auf der Erde?

Zumindest habe ich das so gelernt. Ausserdem, wenn wir keine von Gott geschaffenen Wesen wären, was ist dann schlussendlich unser Zweck?

Eine kluge Frage. Ja, was ist unser Zweck, woher kommen wir, wohin gehen wir? Was glaubst du denn?

Also genau weiss ich das nicht, er ist ja noch nie jemand aus dem Jenseits zurückgekommen. Die Nahtodeserfahrungen, die manchmal beschrieben wurden, sind vermutlich nur Ausgeburten des Gehirns. Und all die Leute, die sagen, sie hätten irgendwelche Durchsagen von höheren Geistwesen erhalten, sind eh meistens Scharlatane.

Tja, Scharlatane gibt es wirklich viele, da hast du absolut Recht.

Irgendwie ist das Ganze schon etwas hoffnungslos, wenn man bedenkt.

Hoffnungslos?

Ja, ich meine sollten all diese Dinge nicht stimmen, sollten wir wirklich einfach nur eine Laune des Schicksals, oder eines glücklichen Zusammenspiels von irgendwelchen Atomen etc. sein, was ist dann wie gesagt unser Zweck?

Was wenn wir gar keinen Zweck haben?

Keinen Zweck…? Nein das kann ich kaum glauben. Aber das Leben hier auf der Erde ist wahrlich keine Zuckerschlecken.

Vielleicht will Gott ja genau, das wir leiden. Damit wir Busse tun können, für all unsere Sünden

Warum sagst du sowas, ich dachte du bist der wahre Gläubige hier.

Bin ich doch auch, oder nicht?

Also das ist aber ein seltsamer Glauben. Gott will dass wir leiden, dass wir Busse tun für unsere Sünden. Das finde ich äusserst grausam. Das setzt uns irgendein weissbärtiger Mann hier auf diesen leidvollen Planeten, je nach dem wie es ihm gefällt als Bettler oder König und erwartet dann von uns, dass wir Busse tun, dass wir trotz widrigster Umstände, immer mit allem mustergültig klarkommen. Das ist doch Schwachsinn! Da wären wir ja nur irgendwelche Spielfiguren, die einfach nach Belieben herum geschoben werden, von einem… grausamen Gott. Und erst noch der Gedanke, dass wir in die Hölle kommen, wenn wir es aus irgendeinem Grund nicht schaffen.

Nein, an so einen Gott kann und will ich nicht glauben!

Musst du ja auch nicht.

Was, ich dachte, du wollest mich vom Glauben überzeugen.

Nein, ganz und gar nicht, schon gar nicht von so einem Glauben, den du gerade erwähnt hast.

Was soll das jetzt? Ich kann dir nicht recht folgen.

Was sagt dir dein Herz? Wie würdest du dir Gott vorstellen, was wäre das Idealbild von ihm?

Dass er gütig ist und barmherzig, dass er Verständnis hat für alle Menschen, egal wer, wie oder was sie sind. Der uns nicht so schrecklich leiden lässt und uns bei Ungehorsam oder was auch immer nicht gleich in die Hölle verbannt.

Was wenn Gott aber genau so wäre, wie du ihn dir wünschen würdest, wenn er reine Barmherzigkeit, reine Liebe, reines Verständnis wäre? Ohne all die anderen Dinge, die uns die Kirchen so lange lehrten und teilweise noch immer lehren.

Wenn er diese Schöpfung mit all ihrem Leid gar nicht wirklich für uns gewollt hätte und auch nicht für die anderen Lebewesen?

«Aber… er ist doch der Schöpfer dieser Welt!

Das glaubst du jetzt also doch wieder?

Nun ja…

Aber mögen tust du Gott nicht?

Wie ich sagte, so wie Gott überall dargestellt wird und von vielen Menschen verehrt wird, wirklich nicht.

Und das ist gut so, weil Gott das meiste was von ihm gesagt wird, nicht mal ist.

Also nicht mal der Schöpfer der Menschen, der Erde, aller Tiere und Pflanzen?

Ist er es nicht, der eh alle Schicksale lenkt und sie in seinen Händen hält?

Was für einen Sinn würde das denn machen?

Warum macht das keinen Sinn?

Weil so ein Gott einfach keinen Sinn machen würde und so wie er in den Köpfen vieler ist, schon gar nicht . Irgend so ein bärtiger Puppenspieler, mit irgendwelchen seltsamen hierarchischen Zügen, der seine Geschöpfe einfach so im Netz dieser polaren, irdischen Welt zappeln lässt und das noch so geplant hat… Nein, tatsächlich… an so einen Gott könnte ich auch nicht glauben! Da verstehe ich die Leute die sagen sie glauben nicht, wirklich sehr gut, weil es einfach auch unlogisch wäre.

Man kann einen Gott nicht verehren, welcher genau dieselben menschlich, irdischen Züge in seinem Wesen hat, wie die Mächtigen der Welt. Man kann an keinen Gott glauben, der seine Geschöpfe solchem Leid, der Vergänglichkeit, der Krankheit, dem Schmerz aussetzt und das sogar noch willentlich.

Das was du sagst, macht Sinn, nur dass er die Welt nun doch nicht erschaffen haben soll, macht mich stutzig uns stimmt mich auch etwas nachdenklich.

Es stimmt dich nachdenklich? Warum?

Weil… was für eine Bedeutung hätten dann, all die Wunder die Schönheit dieser Schöpfung, sie muss doch von irgendeinem gütigen Geist, einer gütigen Macht geschaffen sein. Sonst würde doch nicht alles so wunderbar funktionieren.

Also auf einmal findest du die Welt in der wir leben jetzt schön?

Sie hat sehr schöne Seiten ja. Vor allem die Natur, ich liebe die Natur und eigentlich ist die Natur in gewisser Weise unschuldig. Sie wird ja von den Menschen kaputt gemacht, welche aber nach dem Bilde Gottes geschaffen sein sollen. Die sich die Erde quasi Untertan machen dürfen, laut Gott. Aber ein Baum z.B. kennt keine Bosheit, er gibt immer nur. Und die Tiere, sie sind doch in gewisser Weise auch unschuldig. Sie müssen einfach überleben. Und sie sind angewiesen auf unsere Liebe. Sie fürchten uns doch nur, weil sie schon so viel Leid von uns erfahren haben, sie lernten nur selbst zu jagen, weil sie von uns gejagt worden sind.

Du denkst also doch, Gott hat die Welt so erschaffen, wie sie ist?

Man sagt es zumindest.

Du willst das also auch glauben?

Ja und nein… es ist schwer zu beschreiben…

Kann es sein, dass du das Wundervolle an der Natur, allem Lebendigen gerne Gott zuschreiben willst?

Irgendwie schon… aber die anderen Dinge… die hat er dann ja auch gemacht. Auch das Leid, sonst müssten nicht so viele so schrecklich leiden. Es ist einfach manchmal so ungerecht. Die einen sind arm, können kaum leben und andere haben wieder viel zu viel. 

Da bin ich absolut deiner Meinung. Aber glaubst du denn jetzt, dass Gott all das Elend dass es auf Erden gibt tatsächlich so gewollt hat?

Ach… ich wünschte es wäre nicht so. Aber das macht wohl den Glauben aus. Wie sagen die Gläubigen immer: «Gottes Wege sind nicht unsere Wege!»

Schwachsinn!

Was? Und das von dir?

Klar! Weil es Schwachsinn ist! Natürlich verstehen wir nicht alles was Gott ausmacht, weil vieles einfach so wunderbar ist, dass es unseren menschlich, doch recht beschränkten Horizont, schlicht übersteigt. Aber einfach zu sagen, wenn man auf Ungerechtigkeiten die hier auf Erden nun mal passieren, keine Antwort findet: «Das sind eben Gottes unergründliche Wege!» Dazu kann ich nicht anders sagen als: «Schwachsinn! In Gottes Wesen sind meiner Ansicht nach keine solche lebensabtötenden Aspekte wie: Hierarchie, Verurteilung, oder das Schaffen von Leid zum Sinne der Busse oder Läuterung. Nein! Denn das wäre wirklich grausam! Aber Gott kennt keine Grausamkeit, keine ungesetzlichen Verhaltensweisen. Er ist wahrlich reine Liebe und reine Barmherzigkeit.

Das was hier auf Erden passiert, sind die Folgen von Programmierungen, die ein anderes Ziel verfolgen. Sogar das Ziel uns von der Rückkehr zu Gott abzuhalten. Aller Fanatismus in den Religionen, all die Grausamkeiten und das Leid, halten uns von der wahren Rückkehr ab. Sogar unser Gehirn ist darauf ausgerichtet, nur hier in der grobstofflichen Welt verhaftet zu bleiben. Erst wenn wir uns immer mehr von diesen alten Sichtweisen Gottes entfernen, erleben wir die wahre Freiheit, die einst uns allen eigen war. Denn einst waren wir in der göttlichen Welt beheimatet.

Die Ursubstanz in allen Lebewesen ist deshalb nach wie vor göttlichen Ursprunges (wie die Seele die feinstofflichen Teile der Atome etc.) Allerdings hätte Gott meiner Ansicht nach niemals so eine grobstofflich, leidvolle Form, wie die Irdische, für uns gewählt. Da waren andere Einflüsse beteiligt.

So gesehen stimmt es wirklich: In allem ist etwas Göttliches, alles komme aus der göttlichen Welt, aber die Form die es angenommen hat, war nicht gottgewollt. Wir haben uns durch die Speicherungen abtrünniger Wesen, immer weiter von unserem Ursprung entfernt und die Tiere und Pflanzen, wurden ebenfalls mitgerissen. Darum frisst heute eines das andere, darum gibt es so einen schrecklichen Kampf um Ressourcen. Die Energie in unseren grobstofflichen Körpern ist sehr begrenzt. Das alles war in unserer einstigen Heimat noch nicht der Fall. Darum ist es doch ganz legitim an keinen solch grausamen Gott mit weissem Bart zu glauben oder ihn zu lieben!

Du bist also meiner Meinung?

Nicht ganz, denn ich mag Gott eigentlich ganz gern. Aber nicht den strafenden, richtenden, patriarchischen Gott, sondern ein Gott der reinen Liebe, des reinen Verständnisses, der reinen Barmherzigkeit!

Darum schmerzt es mich, wenn ich sehe, dass Leute Gott ablehnen, nur weil sie immer noch glauben er sei für ihr Leid mit verantwortlich und greife nicht ein.

Dabei kann er uns hier unten oft gar nicht mehr erreichen. Er kann uns nur erreichen, wenn wir unseren himmlischen Ursprung, unsere Seele, wieder mehr freilegen. Er ist nicht der Schöpfer dieser Welt.

Nur die Ursubstanz, kommt aus der göttlichen Welt, doch zu dieser haben wir oft gar nicht mehr den Zugang. Gott kann uns nicht erreichen, so lange wir so zugedeckt sind von Leid und Dunkelheit, in unserem Inneren. So lange noch so viele herrschsüchtige Seelen auf Erden ihr Unwesen treiben und anderen die Kräfte absaugen, oder Seelen die durch ihre ständige Opferhaltung anderen die Kräfte absaugen.

Aber dann sind wir doch eigentlich diesen dunklen Mächten ausgeliefert.

Nein, sobald wir uns unseren und der anderen ungesetzmässigen Speicherungen immer bewusster werden, anfangen an uns zu arbeiten und uns wann immer möglich mit unserem göttlichen Ursprung verbinden, dann werden wir auch Hilfe erfahren. Jedoch Hilfe, welche den freien Willen niemals einschränkt.

Dann gibt es keine Strafe für böse Menschen?

Abgesehen davon, dass es Strafe eigentlich nur im Grobstofflichen gibt und nötig ist…. Ihre Strafe wird es sein, weiterhin in der Dunkelheit gefangen zu sein, in der Dunkelheit ihrer eigenen Seelen. Sie werden immer energielos bleiben und angewiesen sein, auf die Energie ihrer Untertanen oder Dienerseelen. Diese Untertanen werden jedoch bald begreifen, dass sie kein solches Leben mehr wollen und dann werden sie weitergehen, in die lichteren Welten und die umnachteten Seelen werden merken, dass sie selbst auf einem falschen Weg sind.

Dann gibt es also gar keine Hölle im herkömmlichen Sinn?

Das glaube ich nicht. Denn laut der Kirchen bedeutet die Hölle ewige Verdammnis, an die glaube ich jedoch nicht. Ich glaube, dass alle zurückkehren können. Aber sie können es sich selbst leichter oder schwerer machen. Eigentlich wäre es so leicht.

Leicht finde ich das nun echt nicht!

Doch eigentlich ist es leicht. Es kommt nur darauf an, dass wir uns unserer Fehler und unserer Fesselungen an die irdische Welt (dazu gehört auch das alteingesessene Bild das wir von Gott haben) mehr und mehr erkennen und uns davon wahrhaftig lösen, ohne falschen Idealismus. Denn Idealismus hat ebenfalls wieder einen polaren Charakter. Im Himmel gibt es solche polaren Denkweisen gar nicht mehr. Das sind wirklich alles, einfach alles grobstoffliche Denkweisen, die nun wirklich in unseren Gehirnen produziert werden.

Aber das klingt sehr entmutigend! Wir sind doch noch mehr als das, wir können lieben, wir können Freude und Glück schenken. So viel an Wunderbarem gibt es da!

Abgesehen davon, dass auch diese Dinge oft von irdischem Idealismus geprägt sind, sind die Dinge die du beschreibst in ihrer reinen, ent- idealisierten Form, keine Produkte unserer Körper, jedoch unserer Seelen. Sie lassen uns erahnen was die göttliche Welt an Schönheiten zu bieten hätte. Von daher ist und bleibt ein Teil von uns himmlisch. Das jedoch ist sicher nicht unser menschlicher Körper. Der Körper als Gefäss an sich, wurde so programmiert, dass die Seelen in den niedrigen Schwingungsbereichen, überleben können. Doch alles hier ist eigentlich auf Energieraub ausgerichtet, auf einpolige Kräfte. So gibt es hier unten auch immer diese Gegenpole die miteinander im Widerstreit sind. So lange wir das nicht durchschauen und bewusst bearbeiten, werden wir hier angebunden bleiben. Werden wir uns nie befreien können und Gott auch nie als das sehen können, was er wirklich ist.

Das leuchtet mir einigermassen ein.

Und nun… magst du Gott schon ein wenig mehr?

Wenn er wirklich so ist, wie du ihn siehst, dann… ja ich denke ich mag ihn schon ein wenig besser.

 

 

      

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

Gedanken über das irdische (hierarchische) und das göttliche (Alleinsseins) Prinzip

Die letzte Zeit haben ich und vor allem Daniel und viele Gedanken über den Unterschied zwischen dem irdischen Lebenskreislauf und dem himmlischen Lebenskreislauf gemacht. Wir erstellten dann zusammen eine Liste, wo wir zu beiden Bereichen Begriffe aufschrieben. Daniel war da besonders fleissig. Uns wurde dadurch wieder sehr vieles bewusst. Wir erkannten, warum wir hier auf der Erde immer wieder solch schwerwiegende Probleme haben.

Durch neuer Erkenntnisse, die wir in den letzten Monaten gewannen, begriffen wir, dass das sogenannt hierarchisch/ patriarchische System, welches wir hier auf Erden haben, keinen Ursprung im Himmlischen haben kann. Denn im Himmel, sind alle gleichwertig und nicht mal das Göttliche erhebt sich über andere Lebensformen. Das wahre Prinzip des Alleinseins ist für viele Menschen vermutlich nur so schwer verständlich, weil durch ihre einst erniedrigte Schwingung, das hierarchisch, patriarchische Prinzip in ihren Seelenspeicherungen sehr stark verankert wurde. Es ist ja auch tatsächlich so, dass hier auf Erden das meiste auf Kampf um Ressourcen (welcher Art auch immer), ausgerichtet ist. Das hat damit zu tun, dass wir durch unser grobstoffliches Dasein, nicht mehr auf dieselbe Weise an die göttliche Allweisheit angebunden sind, wie damals als unsere Seelen noch frei von solchen Speicherungen waren. Dadurch werden wir auch nicht mehr mit gleich viel Lebenskräften versorgt. Dennoch stammen unsere Seelenfunken alle aus jener göttlichen Welt und darum sollten wir uns irgendwann immer mehr von dem hierarchischen Prinzip hier befreien und aus der ständigen Trennung zurückkehren, in die Allverbundenheit.

Die Menschheit ist so vielen Illusionen erlegen. Sie glaubt seit eh und je, dass Gott dieselben Eigenschaften aufweist, wie irgendwelche weltlichen Herrscher. So viele haben sich hier schon zu Herrschern aufgeschwungen: Kirchenväter, Könige, Diktatoren, Regime etc. Doch all das hat nichts, absolut nichts mit Gott zu tun!! Gott ist meiner Ansicht nach kein weissbärtiger, alter Mann, der einfach mit irgendwelchen Lebewesen und ihren Schicksalen herumjongliert und Menschen dazu zwingt ihn anzubeten, oder ihm blind zu dienen. Er steht für Autonomie, Gleichwertigkeit, endlose Liebe, die über jeglichen Dogmen und kristallinen Strukturen steht. Er braucht das alles nicht und die hoch himmlischen Wesen auch nicht. Es gibt dort keine Hierarchie, wie wir sie kennen und ich empfinde es als wahre Schande, wenn wir Menschen das Göttliche so tief auf unsere Ebene ziehen wollen und in seinem Namen sogar Kriege führen, oder andere als weniger Wert erachten. Fanatismus in jeglicher Hinsicht ist Gift, für eine wahre Verbindung zum Göttlichen und eine Rückkehr dorthin wird ewig dauern, wenn wir nicht endlich begreifen, auf was es wirklich ankommt. Wenn wir unsere kleinlichen Streitereien, unsere Machtansprüche, unsere Ideen und Dogmen nicht endlich ganz und gar über Bord werfen; Wenn wir uns weiterhin abgetrennt fühlen vom Rest der Schöpfung, anstatt uns als Teil selbiger zu fühlen. Sind wir doch schlussendlich nur ein winzig kleines Sandkorn in der Weite des Raums!  

All diese alten Gottesbilder, sie widern mich immer mehr an, auch wenn das jetzt hart klingt. Warum klammern wir uns nur immer und immer wieder an solche Bilder! Wovor haben wir Angst?

Vermutlich basiert die Angst meist auf falschen Speicherungen in unserem Bewusstsein. Vielleicht macht uns die Autonomie Angst? Vielleicht macht es uns Angst, dass Gott nicht einfach einen Blitz vom Himmel zucken lässt, um böse Menschen zu richten! Alles Schwachsinn! Alles Fesseln die uns durch hierarchische Speicherungen angelegt wurden. Weil es auf dieser Erde manchmal so unglaublich hart und grausam ist!

Dennoch glaube ich, dass wir diese Härte diese Grausamkeit immer mehr durchbrechen können. Es beginnt im Kleinen, bei uns selbst, in unserem nächsten Umfeld! Es beginnt JETZT. Lösen wir uns davon, immer irgendetwas werden zu wollen, lösen wir uns von dem ständigen Druck, von der psychologischen Zeit, die uns ständig so quält! Ich weiss, es ist nicht einfach, aber es ist von enormer Wichtigkeit. Nur schon unseren Kindern beizubringen, dass es nicht immer nur um das Gewinnen geht, dass es nicht immer darum geht, anderen nacheifern, sie gar verehren zu wollen! Sondern dass es darum geht, zusammen zu arbeiten, als gleichwertige Partner, auf ein besseren, höheres Ziel hin! Dass es zusammen grundsätzlich besser geht. Weil man einander Halt geben kann, wenn man schwere Zeiten erlebt. Weil man einander so vieles zu schenken vermag! Ob wir die Welt damit retten können, das sehen wir erst in ferner Zukunft. Aber ganz sicher können wir ein wenig zu einem lebenswerteren Leben beitragen. Zusammen wachsen, zusammen die hierarchischen Strukturen durchbrechen und mehr zu einem Alleinsbewusstsein finden. Den schliesslich sind wir alle gleich, niemand ist besser oder schlechter. Es gibt auch in der himmlischen Welt kein besser oder schlechter, es gibt nur Verbundenheit, Freiheit und Gleichwertigkeit.

Dort gibt es natürlich auch kein solches Unrecht wie hier. Aber wer sagt, dass wir nicht auch hier Unrecht durchbrechen können, indem wir unser eigenes Denken mehr beobachten, achtsam sind und immer weniger Feindschaften pflegen. Immer weniger auf Anfeindungen von anderen, noch nicht so bewussten Menschen, einzusteigen. Es ist ein langwieriger Prozess, aber irgendwo müssen wir doch mal anfangen. In meiner Schreibcommunity, zu der ich nun seit ca. 1 ½ Jahre, zu meinem Glück, gehöre, ist so eine kleine, heile Welt entstanden, indem wir alle uns gegenseitig achten, einander keinen Schmerz zufügen, einander nicht verletzen, oder uns übereinander erheben. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass so viel mehr möglich wäre. Selbstreflektion und Einfühlungsvermögen sind dabei unerlässliche und auch die Bereitschaft stets dazu zu lernen. Die Mechanismen die aus hierarchischen oder gar patriarchischen Speicherungen kommen zu erkennen und sie nach und nach aufzulösen.

Tatsächlich ist der Patriarchismus eine Ausgeburt der Hierarchie. Daraus entsprangen oft falsche Geschlechterbilder und Rollen (was beim Matriachrismus natürlich auch der Fall war). Irgendwelche Väter meinen deshalb heute immer noch, für ihre Kinder (vor allem die Mädchen) den richtigen Partner finden zu müssen und nur Männer dürfen in der Kirche sprechen (das steht sogar in der Bibel, unglaublich!) So vieles ist auf dieses Prinzip aufgebaut und brachte so viel Elend mit sich. Gott wurde als Mann angeschaut, als Vater. Seine weibliche Seite wurde totgeschwiegen, doch sie ist ebenfalls vorhanden. Denn das Göttliche steht über jeglicher Geschlechtlichkeit, es vereint alles in sich. Natürlich kam einigen Männern die patriarchische  Sichtweise von Gott sehr gelegen, denn das bedeutete mehr Macht, mehr Status, gar mehr Reichtum. Das Weibliche wurde instrumentalisiert und oft erniedrigt. Eine schreckliche Ausgeburt der irdischen Welt, die es in himmlischen Welten auf diese Weise nie gegeben hat.

Auch dass man dem Göttlichen noch immer die Schuld am Schicksal der Menschheit gibt, entspringt aus dieser hierarchischen Sichtweise. Denn wenn man natürlich daran glaubt, das Gott für unser Elend zuständig ist, weil er ja eben als Herrscher und Führer angeschaut wird, anstatt als Bruder, Schwester oder rein gütige Instanz, die mit allen Lebewesen durch die Seele verbunden ist, weist man diesem natürlich auch die Schuld zu. Eigentlich viel zu einfach. Wir hören die Weisungen unseres göttlichen Seelenfunkens doch oft gar nicht mehr, weil wir zu blind sind, weil die Seele zu überdeckt ist, mit allerlei ausser-himmlischen Speicherungen. Wir haben den freien Willen und dieser freie Wille wird uns auch von Gott nicht genommen! Er würde doch gegen seine eigenen Gesetze, dieses freien Willens und der Autonomie jeglicher Lebensform verstossen, würde er auf so (hierarchisch/patriarchische) Weise in unsere Geschicke eingreifen. Viele glauben aber nicht mal, dass Gott uns diesen freien Willen gab, da kann man auch nicht helfen. Ein eher sehr altmodisches Bild des Göttlichen, meiner Ansicht nach!  

Mittlerweile glaube ich ehrlich gesagt nicht mal mehr, dass Gott diese Welt hier, so wie sie heute ist, einst wollte, oder gar auf diese Weise geschaffen hat. Dahinter standen andere Kräfte, Kräfte die unabhängig sein wollten von den göttlichen Prinzipien. Die Ursubstanz jeglichen Lebens entstand einst aus der göttlichen Welt, aber das heisst nicht, dass die Entwicklung wie sie heute auf dieser Welt ist, jemals vom Göttlichen selbst so geplant war. Denn dieses will uns niemals leiden sehen, aber es kann auch nicht unseren freien Willen untergraben. So haben wir uns all das Elend zum grössten Teil selbst zuzuschreiben und wenn wir es jemanden zuschreiben wollen, dann ganz bestimmt nicht Gott! So hoffe ich, dass das Bewusstsein der Menschheit immer mehr zu einer neuen Lebenssicht führen kann, auf dass wir die Prinzipien der ausser- himmlischen Welt immer mehr durchschauen und durchbrechen lernen.