Erinnerungen an Tanti

Hier folgen nun ein paar Gedichte und Erinnerungstexte an mein geliebtes, leider verstorbenes Tanti (meine geliebte, verstorbene Tante) die in meinem Leben eine sehr wichtige Rolle spielte! Ach Tanti, ich vermisse Dich so schrecklich!! 

Wie hebt die Totenklage um dich an?

Wo ist ein Wort, das dich erreichen kann?

 

Du warst auf meinem Wege wie ein Baum,

so zuverlässig wurzelstark und still,

Und das ist alles, was ich sagen will.

So wenig und so viel.

 

In einer Welt, die frösteln macht, warst du mein grünes Zelt.

Du liegst gefällt. Gefällt? Ich seh' dich blühn!

Ich seh' dich auf dem Berg im Abendglühn,  (ich seh dich blühn im Abendglühn)

so hoch, so hoch - und weit.

 

Doch manchesmal weht mir der Wind ein grünes Blatt ins Tal.

So sagst du mir: «Ich will nicht, daß du weinst,

du stehst in meiner Liebe heut' wie einst!»

 

Ephides

 

Mein Herz, es ist schwer! (21. September 2020)

Mein Herz, es ist schwer,

ich bin traurig gar sehr

 

Die Krankheit kam,

sie brachte uns Gram

 

Ganz plötzlich wie ein böser Traum,

ich kann es noch immer glauben kaum.

 

Warum bloss Du?

Diese Frage lässt mir keine Ruh

 

So lange war alles so schön und wunderbar,

ich war sicher Du wirst 100 Jahr

 

Doch dann kam der Krebs, wie ein verderbter Hauch,

breitet sich aus in Deinem Bauch

 

Kann meine Trauer nicht in Worte fassen,

ich werde Dich müssen ziehen lassen.

 

Ich muss akzeptieren, dass Du bald von uns wirst gehn,

werd ich dich nochmals wieder sehn?

 

Du warst so wichtig für mein Leben,

hast mir so viel an Liebe gegeben.

 

Warst für mich da,

wenn ich in der Dunkelheit nichts mehr sah

 

Ein Fels in der Brandung all die Jahre, all die Zeiten,

wie soll ich bloss ohne Dich weiterschreiten?

 

Du fehlst mir so sehr!

Mein Herz ist gerade ein Tränenmeer

 

Mein liebes Tanti (meine liebe Tante), niemand kann Dich jemals ersetzen,

Dein Weggang wird mich sehr verletzen.

 

Danke für alles, was du mir hast gegeben,

ich werd an dich denken, mein ganzes Leben!

 

Finde den Frieden, geht ins Licht hinein!

Irgendwann werden wir wieder beisammen sein…

 

Abschied (31. September bzw. 3. Oktober 2020)

Da stehe ich nun und kann es noch immer nicht fassen,

heute hast Du uns verlassen.

 

Keine Worte lassen sich finden für den Schmerz, der in mir ist,

so sehr Dich doch mein Herz vermisst!

 

Alles bricht über mich herein: Kummer, endlose Trauer,

sie durchfliessen mich wie kalte Schauer.

 

Du warst so eine besonderer Mensch für mich, Fels in der Brandung oft,

bis zum Ende hab ich noch gehofft.

 

Bis zum Ende dachte ich, vielleicht wird alles nochmals gut,

verflogen nun, mein ganzer Mut.

 

Und da ist nur noch diese grosse Kluft, die Du in meinem Leben wirst hinterlassen,

noch immer kann ich es kaum fassen!

 

Und wieder weine ich, mein Herz ein Tränenmeer,

oh ich vermisse Dich so sehr!

 

Vielleicht ahnst Du nicht, was du für mich bedeutet hast,

doch du warst für mich eine leuchtende Kraft.

 

Ein Licht, dass in meinen finstersten Tagen war an meiner Seite immerzu,

ich wünsche Dir, du findest Ruh.

 

Ach Tanti, was soll ich ohne Deinen Rat nur machen,

wie sehr wird fehlen mir Dein Lachen!

 

Mein Herz wird weiter um dich weinen,

möge Dir die ewige Sonne scheinen!

 

 

Rest in Peace!

 

Briefe der Erinnerungen an Tanti

1. Teil  (9. Oktober 2020)

Der Himmel weinte… als ich per WhatsApp Nachricht, durch meinem Cousin, von Deinem Tode erfuhr. Es regnete wie aus Kübeln, als würden auch die Naturgewalten um Dich trauern.

Das könnte wirklich gut sein, denn du warst so ein wunderbarer Mensch und ein Sonnenschein für alle. Es gab kaum jemanden, der Dich nicht mochte. Einst sagte eine Frau «Wer mit deiner Tante nicht auskommt, kommt mit niemandem aus!» Und ja, das stimmte wirklich.

 

Liebes Tanti,

Du hast immer alle Herzen erobert, wenn du irgendwo warst. Deine angenehme, liebevolle, offene und anmutige Art, hat alle auf die eine oder andere Weise berührt.

Schon als ich ganz klein war, habe ich mich in deiner Gegenwart immer sehr wohl gefühlt. Ich war so gerne bei Dir. Ich erinnere mich an so viele schöne Momente, die wir zusammen erlebten. Du warst immer so geduldig und aufmerksam, das liebste Tanti, das man sich vorstellen kann! Ich erinnere mich noch besonders gut an die tollen Winnetou Bildbände die Du hattest, ich schaute sie mir sicher hundertmal an. Ausserdem lebtet Ihr in einem sehr schönen Haus in Romanshorn, sogar mit Swimmingpool. Das war so toll! Aber ohne deine liebende, fürsorgliche Gegenwart, wäre es nur halb so schön gewesen. Wir waren damals im Sommer oft in unserem Ferienhäuschen in Uttwil und trafen Dich und Ralph dann oft in der Badi Romanshorn.

 

Nach der Scheidung meiner Eltern, zogen wir wieder in die Ostschweiz, das war in mancherlei Hinsicht auch sehr schön, denn wir sahen Dich nun noch öfters. Schliesslich wohntest du sogar noch näher bei uns (in Amriswil). Das freute mich sehr, denn ich konnte jetzt noch öfters bei Dir vorbeischauen. Du hast Dir immer Zeit für mich genommen. Als meine Oma, zu der ich auch einen sehr engen Bezug hatte starb, da meintest Du:

«Oma hat mir immer gesagt: Schau gut auf Alexandra, wenn ich mal nicht mehr bin!» Ja und das hast du wahrlich bis zu Deinem Ende getan.

 

Auch als ich älter wurde, konnte ich mit Dir immer über alles reden. Du hattest stets ein offenes Ohr für mich, wenn ich mich allein fühlte oder so oft in der Schule gemobbt wurde. Auch wenn ich sonst Probleme in der Schule hatte, konnte ich zu Dir kommen. Damals war Z.B. Handarbeit für mich der Horror. Du hast mir immer geholfen, wo Du konntest. Ungefähr dreimal gingst Du mit mir sogar nach  zu meiner Handarbeitslehrerin nach Hause, um sie nochmals zu fragen, wie ich nun diese komplizierten Strickmuster anfertigen musste. Das war für mich eine enorme Hilfe.

 

Du und ich wir liebten es zu tanzen! Wir haben immer getanzt, wenn sich eine Gelegenheit ergab. Das habe ich so unglaublich genossen! Auf dich konnte ich auch in dieser Hinsicht immer zählen. Ich musste nur rufen: «Hej Tanti, gehen wir noch etwas tanzen?» Und Du warst sogleich dabei. Wir waren an einigen Orten zusammen in Urlaub: In Spanien, Griechenland, Italien und Davos etc. und überall haben wir wunderschöne Stunden verlebt. Mit Euch war es immer so harmonisch und freudvoll!

Einmal…, daran erinnere ich mich noch genau, war ich mal sehr traurig, wegen eines Streits mit meinen Brüdern. Du hast mir dann ins Ohr geflüstert, dass ich ein toller Mensch sei und Du mich ganz besonders lieb hast. Das hat mich sehr ermutigt und meine Tränen versiegten sogleich. Tausend Dank dafür! Das werde ich Dir nie vergessen! 

2. Teil  (11.Oktober 2020)

Du warst für mich in so vielerlei Hinsicht ein Vorbild. Du hattest so einen guten Geschmack, warst immer so schick angezogen und doch niemals eingebildet oder snobistisch. Deine ganze Art, auch wie Du mit den Menschen umgingst, Dein Strahlen und das damit einhergehende Mitgefühl, Deine grosse Liebe, Deine Fürsorge und auch Deine Fähigkeit, überall Harmonie und Geborgenheit zu verbreiten, wo Du warst… All das machte Dich einzigartig und dafür bewunderte ich Dich so sehr!

Ich habe viel von Dir abgeschaut und durch Gespräche mit Dir, auch viel gelernt.

 

Mit 17 Jahren dann, zog ich sogar für ein paar Jahre zu Dir! Es war eine wunderbare Zeit. Wir haben so viel geredet und sind immer länger aufgeblieben, als wir eigentlich wollten. Oft haben wir am Abend zusammen noch einen Tee oder einen Baileys getrunken. Auch die Mövenpick Glacekübeli (kleine Eisbecher), haben wir gerne gegessen. Wir gingen öftes auswärts essen, das war auch immer wunderschön. Du konntest aber auch selbst sooo gut kochen! An einige Spezialitäten, da erinnere ich mich noch ganz genau:

Deine unvergleichlichen Chäsknöpfli (Käsespätzle),

dein wunderbares Rahm- Geschnetzeltes (Sahne- Geschnetzeltes),

die grossen, mit Hackfleisch gefüllten Tomaten (ich mochte gebackene Tomaten anfangs nicht, aber bei Dir bin ich auf den Geschmack gekommen)

und allem voran:

Dein unvergleichlicher Geburtstagskuchen mit der dicken Schokoschicht darüber (Du hast mir diesen immer gebacken, wenn ich Geburtstag hatte).

 

Ich war nun ja schon in der Lehre und ich wurde mit der Zeit eine der besten Schülerinnen. Das hatte ich zu einem riesigen Teil Euch zu verdanken. Ralph (mein Onkel) nahm sich so oft Zeit mit mir Mathe zu üben. Du wiederum hast mich ständig ermutigt. Mir gesagt, dass Du an mich glaubst und dass ich nicht dümmer sei als andere. Du hast mit mir auch oft für die Schule gelernt. Besonders bei den Fremdsprachen hast du viel mit mir gebüffelt und es war auch immer sehr unterhaltsam und manchmal auch lustig. Das hat mir vieles sehr erleichtert. Auch dank Eurer grossen Unterstützung konnte ich meine Schulleistungen so verbessern, dass ich meine Lehre schliesslich mit 5,2 abschloss. Das hat mir so enorm viel an Selbstwert zurückgegeben und mir gezeigt, dass ich zu mehr fähig bin, als ich gedacht hatte.

 

Vieles habe ich dann auch von Euch, in meine Erziehung bei Raphi einfliessen lassen. Ich habe ihm viel bei den Ufzgi (Aufgaben) geholfen und ihn immer ermutigt, wie Du es damals bei mir gemacht hast, liebes Tanti!

Ich habe immer versucht, auch mal ein Spässchen beim Lernen zu machen, so wie Du es damals ab und zu machtest, denn das erleichterte das Lernen wirklich. Das war auch bei Raphi oft so. Raphi geht nun einen ähnlichen Weg wie ich. Er hatte es in der Schule auch nicht immer leicht, aber nun hat er sich enorm verbessert! Wie ich damals, macht er den Knopf jetzt erst so richtig auf. Auch an seiner positiven Entwicklung habt Ihr, ob Ihr es glaubt oder nicht, einen wichtigen Anteil! Weil Ihr mir so viel Wertvolles mit auf den Weg gegeben habt. Ihr/Du wart mein Licht in der Finsternis und dafür möchte ich meinen tief empfundenen Dank aussprechen!

 

Du warst auch an meiner Seite, als ich meine erste grosse Liebe verlor. Damals hatte ich das erste Mal so richtig extremen Liebeskummer. Es war eine schlimme Zeit. Doch Du hast mir immer zugeredet und mir gesagt, dass auch dieser schreckliche Schmerz einst wieder vergehen wird. Und so war es dann auch. Kurz darauf lernte ich G. kennen, den ich dann später auch heiratete. Anfangs war seine und meine Beziehung noch nicht so einfach. Einerseits stammte er aus einer streng katholischen Familie und seine Eltern wollten mich anfangs als Protestantin überhaupt nicht akzeptieren. Andererseits war da auch mein Vater, der gegen eine Verbindung zwischen G. und mir war. Auch dort hast Du Dich immer sehr für uns eingesetzt. Du gingst einmal höchstpersönlich zu G.'s Eltern auf Besuch und hast mit ihnen gesprochen, damit sie mich besser akzeptieren. Später sagte mir dann meine damalige Schwiegermutter, die mich im Laufe der Zeit sehr lieb gewann: «Zu Anbeginn hatte ich echt Mühe mit der Verbindung zwischen dir und meinem Sohn. Doch als dann Deine Tante zu mir auf Besuch kam und mit mir redete, hat sich vieles verändert. Sie ist wirklich eine sehr nette Person.»

Ja und das war sie: Deine Zauberkraft, mein geliebtes Tanti! Du hast einfach immer die richtigen Worte in jeder Lebenslage gefunden und die Herzen aller Menschen im Sturm erobert. Dank Dir haben meine damaligen Schwiegereltern ihre Blockaden, mir gegenüber, immer mehr ablegen können und mit der Zeit, entstand ein sehr herzliches Verhältnis zwischen ihnen und mir.

Dennoch es bedurfte noch einiger weiterer Kämpfe.

Ich erinnere mich z.B. als G. und ich mal zusammen in Urlaub fahren wollten und wir noch nicht verheiratet waren. Wir getrauten uns nicht, es G.'s Familie zu sagen, weil diese ja stets um unsere Unschuld fürchteten (obwohl wir und damals entschieden hatten keusch in die Ehe zu gehen). Wir sprachen mit Dir darüber und Du wurdest damals zu unserer Verbündeten. Wir schmiedeten einen Plan, den wir dann auch umsetzten. G. sollte sein Reisegepäck unauffällig packen und dann sogleich ins Auto laden. Dann, wenn er mich jeweils, wie üblich, zur Arbeit abholte (wir arbeiteten beide in der Migros), könne er sein Gepäck bei Dir zu Hause deponieren, um es dann am Tag der Abreise wieder zu holen. Tja und so machten wir das dann auch. Du hast das Gepäck von G. gut verwahrt und schliesslich kam der Tag der Abreise. Wir wollten dann den Eltern meines Freundes erst telefonisch Bescheid geben, wenn wir schon unterwegs waren.

Das war so cool von Dir und das habe ich so sehr an Dir geschätzt. Auch G. sagt noch heute, dass Du eine ganz wunderbare Person gewesen seist. Er mochte Dich sehr!

Du hattest auch eine so unglaublich gute Intuition. Du hast Dich eigentlich nie geirrt und wenn, dann erinnere ich mich nicht wirklich daran. Auch dieses untrügliche Bauchgefühl, das Du besessen hast, habe ich immer sehr bewundert und ich habe mich davon auch für mein Leben inspirieren lassen. Bei mir dauerte es einfach eine Weile, bis ich meinen Gefühlen so vertraute, wie ich es heute tue. Das hast Du mir vorgelebt, wie so vieles anderes auch. 

3. Teil (13. Oktober 2020)

 

Schliesslich ging es dann auf meine Lehrabschlussprüfung zu und ich musst sehr viel lernen. Du hast immer mit mir geübt und mich ermutigt. Du und Ralph wart es dann auch, welche als Einzige an meiner Lehrabschlussfeier kamen. Als ich meine Abschlussnote erhielt, konnte ich es kaum fassen und begann sogleich vor Freude zu weinen. Es war eine 5.2!

Ihr machtet euch anfangs Sorgen, weil ihr mich weinen gesehen hattet und dachtet die Prüfungen seien nicht gut ausgefallen. Doch als ich dann zu Euch kam, beruhige ich Euch sogleich und meinte, dass es nur Tränen der Freude gewesen waren. Ihr habt Euch ebenfalls sehr gefreut und wart sehr stolz auf mich.

Dies war ein überaus wichtiger Moment in meinem Leben und Ihr habt ihn mit mir geteilt. Danke!

Nach der Lehre schlug mein Vater mir vor, dass ich noch ein halbes Jahr nach England in eine Schule gehen solle, um besser Englisch zu lernen. Später stellte ich fest, dass er das vermutlich auch getan hatte, um mich und G. wieder auseinander zu bringen. Allerdings war er dabei nicht erfolgreich.

Die Zeit in England gefiel mir sehr gut, auch wenn ich meinen damaligen Liebsten, jedoch auch Dich und Ralph sehr vermisste. Du und ich, wir telefonierten immer mal wieder miteinander und als mein 20. Geburtstag bevorstand, hattest du eine Überraschung für mich parat. Du wolltest mir ermöglichen, auch wenn ich gerade erst an Weihnachten daheim gewesen war, für ein paar Tage nach Hause zu kommen und darum zahltest Du mir spontan einen weiteren Hin- und Rückflug. Darüber freute ich mich sehr. In jenem Jahr, verlobten G. und ich und dann auch. Die kleine Verlobungs- Feier veranstalteten wir bei Dir daheim. Es war sehr schön, Du freutest Dich mit uns und wir schossen einige tolle Fotos.

Auch meinen wichtigen Geburtstag feierten wir gebührend mit einem wundervollen Essen und natürlich mit Deinem unvergleichlichen Geburtstagskuchen!

Als ich endgültig aus England zurückkehrte, voll mit wundervollen Erfahrungen, Erinnerungen und ziemlich guten Englischkenntnissen, lebte ich weiterhin bei Dir.

Ich musste nun eine neue Stelle suchen. Schliesslich fand ich diese in der Boutique von Möbel Pfister im Lerchenfeld St. Gallen. Du warst wie immer an meiner Seite, halfst mir bei den Bewerbungen und gabst mir stets moralische Unterstützung für die Vorstellungsgespräche. Ausserdem brachtest Du mich öfters ganz spontan mit dem Auto nach St. Gallen, damit ich nicht ständig die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen musste.

Du hast mir so vieles gegeben menschlich, aber auch materiell. Damals in jungen Jahren, war mir gar nicht immer bewusst, wieviel das eigentlich war. Ich musste niemals etwas von meinem Lohn abgeben und auch im Haushalt half ich nur wenig mit. Dafür schäme ich mich heute teilweise. Ich nahm vieles oft zu selbstverständlich hin und das tut mir heute sehr leid. Ich hätte Dir oft mehr helfen können. Vielleicht auch mal kochen, was auch immer. Doch Du hast das immer ganz selbstverständlich getan, mir niemals Vorwürfe deswegen gemacht, jedenfalls erinnere ich mich nicht mehr daran. Auch dafür, tausend Dank!

Schliesslich kam die Zeit, da G. und ich eine eigene Wohnung nehmen wollten. Irgendwie zog es uns mehr und mehr in die Selbständigkeit.

Auf der Suche nach einer geeigneten Wohnung warst Du ebenfalls stets an unserer Seite. Wir haben ein paar Wohnungen angeschaut, bis wir schliesslich durch eine Bekannte, auf eine Wohnung stiessen, die G. und mir gut gefiel. Damals waren unsere Ansprüche noch nicht so hoch. Die Wohnung lag nämlich direkt an einer vielbefahrenen Strasse in Arbon, daneben befand sich ein Pub. Sie war ziemlich alt und wir hatten nicht einmal einen Balkon. Allerdings wohnten nur die Vermieter und wir darin. Wir suchten die Wohnung aber vor allem aus, weil sie sehr nahe beim Arbeitsplatz meines damaligen Verlobten lag. Dieser arbeitete nun ebenfalls nicht mehr in der Migros.  

Natürlich gab es einige Streitereien mit den Schwiegereltern, als G. und ich verkündeten, dass wir eine eigene Wohnung nehmen wollten, weil wir ja noch immer nicht verheiratet waren. Doch Du hast uns sehr gut verstanden und auch unterstützt.

Als es dann an den Umzug ging, hast Du mir sehr viele schöne Möbel und auch Bilder von Dir geschenkt, die ich für die neue Einrichtung gut gebrauchen konnte. Du hast mit mir auch einige Dinge eingekauft und vieles davon hast Du mir spendiert. Dafür bin ich noch heute so unendlich dankbar!

Auch beim Umzug selbst, warst du stets dabei und halfst mir fleissig, alle Haushaltutensilien in die dafür vorgesehenen Schränke zu verstauen. Dieser ganz besondere Zügeltag (Umzugstag) ist mir noch immer in schöner Erinnerung. Einerseits weil ich nun mit meinem Verlobten, in meine ganz eigene, neue Wohnung ziehen konnte, anderseits weil Du an unserer Seite warst. Denn wie immer warst du wie ein Sonnenschein, der auch während des Zügelns (Umzuges) Wärme, Enthusiasmus und Liebe verbreitet hat. Alle Umzugshelfen schlossen Dich deshalb sogleich ins Herz.

Tantis Zauber konnte sich eben keiner entziehen!